Der erste therapeutische Einsatz von Penicillin am Menschen

Das unentdeckte Potential

Bereits 1938 begannen Howard Florey und sein Team an der Oxford University die Herstellung und Erforschung von Penicillin. Sie waren somit die Ersten, die das therapeutische Potenzial des Antibiotikums erkannten, nachdem die Substanz in den zehn Jahren nach der Entdeckung wenig Beachtung fand. Experimente an Mäusen bestätigten die beeindruckende antibakterielle Eigenschaft von Penicillin und nach weiterem Ausbau der Produktionskapazitäten konnte bald darauf der erste Mensch behandelt werden.

Ein kleiner Kratzer und seine Folgen

Der Polizist Albert Alexander hatte sich beim Schneiden seiner Rosenhecke einen Kratzer im Gesicht zugezogen. Diese kleine Wunde entzündete sich schwer und mit Abszessen im Gesicht, am Auge und der Lunge begab er sich schließlich in ein Krankenhaus. Nach mehreren gescheiterten Behandlungsversuchen wurde Alexander Penicillin verabreicht. Ärzte und Wissenschaftler waren von der Wirkung beeindruckt: Trotz der schweren Infektion und der Gefahr einer baldigen Sepsis begann sich Albert Alexander zu erholen. Nach 5 Tagen Behandlung waren jedoch die Vorräte des Antibiotikums erschöpft und die Antibiose wurde abgebrochen. Kriegsbedingte Versorgungsengpässe sowie der noch sehr aufwändige Produktions- und Reinigungsprozess waren die Hauptgründe für den Mangel an Penicillin. Die Infektion verschlimmerte sich wieder und einem Monat später verstarb Alexander.

Dieser Fall belegte eindrucksvoll das therapeutische und wissenschaftliche Potenzial von Penicillin aber auch die Notwendigkeit einer größeren Behandlungsdauer. Florey und sein Team entschlossen sich in der Folge nur noch Kinder zu therapieren, bis die Produktion von Penicillin ausreichend optimiert war, um eine vollständige Antibiose Erwachsener zu ermöglichen.

Antibiotika heute

Heutzutage werden Antibiotika neben der medizinischen Verwendung auch in der Tierhaltung und der biologischen Forschung eingesetzt und viele weitere antibakteriell aktive Substanzklassen wurden entdeckt. Für Ihr Forschungsprojekt finden Sie bei Biomol eine große Auswahl an Antibiotika und Inhibitoren.